Monitorkalibrierung und Farbmanagement

Heute möchte ich mal etwas zu einem Thema schreiben, das mich in der Fotografie sehr bewegt:die Monitorkalibrierung und das passende Farbmanagement.

Seit Bestehen meiner Blogs beschäftige ich mich intensiv mit dem Thema Monitorkalibrierung und Farbmanagement. Immer wieder frage ich mich: Sehen andere meine Bilder genau so wie ich sie fotografiert, bzw. anschließend bearbeitet habe? Oftmals machen ja schon kleinste Farbabweichungen die Wirkung eines Bildes zu Nichte.

Aus diesem Grund versuche ich mich im Netz über praktikable Möglichkeiten z.B. zur Monitorkalibrierung auf dem Laufenden zu halten. Hierzu fand ich einen sehr nützlichen Link, mit dem man zumindest schon mal grob die Verteilung der Schwarz- und Weißwerte seines Bildschirms kontrollieren kann.

Nicht unvorteilhaft ist es, wenn man zu diesem Zweck in ein sogenanntes Kalbrierungsgerät investiert. Ich selbst verbinde damit recht gute Erfahrungen.

Ebenso wichtig wie ein kalibrierter Bildschirm ist natürlich auch das Verwenden des richtigen Browsers zum Betrachten der Bilder im Netz. Nicht wenige Fotografen behaupten noch immer, dass es keine besonders große Rolle spielt
a) in welchem Farbraum Bilder abgespeichert
und
b) mit welchem Browser sie anschließend betrachtet werden.

Derzeit beherrscht unter Windows (!) nur Firefox 3 Alpha 8 ein korrektes Farbmanagement.

    Um euch die Unterschiede etwas zu verdeutlichen folgende Links zur Veranschaulichung:

Bitte öffnet meine Seite unter dem Explorer und öffnet den Link zum Farbkreis. Die Farbnamen sollten neben den entsprechenden Farben stehen. Da der Explorer (wie auch opera) nicht imstande ist, die im web angezeigten s-RGB oder auch adobe-RGB Farben farbgetreu darzustellen, stimmen die Farbnamen auf dieser Skizze nicht mit den Farben überein.

Kopiert euch dann den Link, öffnet firefox und fügt ihn oben in der Leiste wieder ein (natürlich könnt ihr auch den ganzen Post einfach unter firefox abrufen). Ihr werdet vom Ergebnis verblüfft sein…..

Zum selben Thema ein weiterer Link, der die Möglichkeiten des Farbmanagements der verschiedenen Browser ebenfalls eindrucksvoll verdeutlicht.

Vielleicht habe ich euch etwas neugierig gemacht und ihr testet mal selbst, wie es um eure Hardware bestellt ist? Was sind eure Erfahrungen zu diesem Thema?

20 thoughts on “Monitorkalibrierung und Farbmanagement

  1. Man muss natürlich immer sehen wofür die Monitorkalibrierung gedacht ist. In der Regel reichte eine Kalibrierung der Grau- und Gammawerte für den Otto-Normal-Verbraucher völlig aus. Der kann damit problemlos die Fotos für die Anzeige am Monitor und für das Ausbelichten verarbeiten. Beim Drucker ist es schon ein wenig schwieriger. Allerdings bringen heutige Fotodrucker oft fertige Farbprofile für den Ausdruck mit. Welches man dann tatsächlich benutzt, kann man meistens nur durch probieren herausfinden. Hardwaretechnische Kalibrierlösungen bringen oft nur was, wenn man einen entsprechenden Monitor besitzt, der einen Farbraum hat, der das unterstützt. Die sind dann oft sehr teuer (z.B. Eizo). So was wird gerne bei Druckereien in der Druckvorstufe eingesetzt. Beim Heimanwender wird man so etwas eher selten finden.

    Auf alle Fälle ein interessante Diskussion hier. Super.

    LG Josef

    1. Hallo Josef, es ist zwar wahr, dass man viele handelsübliche Bildschirme nicht gut einstellen kann, jedoch bieten die meisten dennoch diverse Kalibrierungsmöglichkeiten. Zumindest die Rto-, Grün- und Blauachse kann man verändern, sowie die Weiß- und Schwarzwerte. Das ist immerhin schon etwas. Meine ersten Monitore waren auch von der Stange und mit einem Kalibrierungsgerät sehr gut einzustellen.
      Eizo ist natürlich schon oft mehr als eine Klasse besser, allerdings gibt es auch hier relativ günstige Geräte, wenn es nicht grade ein widegamut sein soll. Ich finde jedenfall, wenn man sich mehr als über das normale Level hinaus mit der Fotografie beschäftigt, mit seinen Bildern ins Web geht und Wert auf eine realistische Farbwiedergabe legt, kommt über eine Kalibrierung früher oder später einfach nicht hinaus. Solange man nur selbst auf dem heimischen Bildschirm kuckt, glaube ich, ist ein Kalibrierungsgerät durchaus vernachlässigbar.
      Bestes Beispiel: Porträtfotografie im Web – Hauttöne können da Welten Unterschiede haben.
      Wünsche Dir einen schönen Sonntag.

      lg Anne

  2. Hallo Anne,
    hab das mit dem Farbkreis gleich mal mit dem IE und Firefox ausprobiert und war sehr überrascht.
    Dein Bericht war sehr interessant,
    Ich habe meinen Monitor noch nie kalibrieren lassen, und ich wüßte auch nicht wie ich das machen sollte, und auch nicht ob das erforderlich ist.
    *grübel*
    Jetzt hast Du mich schlau (schlauer) gemacht, und ich weiß nicht damit umzugehen.
    LG und danke für die Informationen
    Agnes

    1. Guten Morgen Agnes, da hast Du schon Recht, dass einen das Wissen um eine Monitorkalibrierung gar nicht so viel weiser macht. Ich war zu Anfang dieses Themas sehr hilflos und bin nur durch Recherche im Internet immer weiser 🙂 geworden. In der Regel hilft nur ein Kalibrierungsgerät, aber selbst da gibt es qualitätsmäßig sehr große Unterschiede. Aber ganz ehrlich, sich belesen in entsprechenden Foren bringt einen sehr viel weiter.

      lg und ein schönes Wochenende, Anne

  3. Liebe Anne
    Toll dieser interessante Artikel und vielen Dank für deine Mühe. Wir sprachen ja schon einmal über dieses Thema. Deine Links sind super, hab sie getestet und bin mit meinem Monitor sehr zufrieden. Nun habe ich einige deiner Bilder, und speziell die „blaue Stunde“ mit IE und Firefox gaaaanz gründlich angeschaut. Ich sehe beim besten Willen keinen Unterschied. Mit andern Worten mein E..o Monitor ist korrekt kalibriert.
    Das mit dem Drucker ist ein anderes Kapitel. Daran arbeite ich noch.
    Ein schönes Wochenende und liebe Grüsse
    Esther

  4. Hallo Anne,
    sehr interessanter Beitrag. Mit Google Chrome ist der Farbkreis auch falsch 🙁 . Das hätte ich jetzt nicht gedacht, ich bin nämlich gar kein Freund vom Firefox, hab ihn aber dennoch installiert aus o.g. Gründen. Bei Deinen Fotos war der Farbunterschied nämlich nicht zu sehen. Extrem war er nur beim IE. So eine Kalibrierung sollte ich auch mal vornehmen.
    Liebe Grüsse, Simone

    1. Simone, man darf sich das jetzt nicht so vorstellen, dass alle (!) Bilder vollkommen verkehrt dargestellt werden. Oftmals betrifft es ganz bestimmte Farbtöne, aber da dann gewaltig. Ganz arg auffällig ist es z.B. bei meinem Bild „blaue Stunde“. Im IE ist das Bild einheitlich blau mit leichten Helligkeitsunterschieden, bei Firefox und meinem kalibrierten Bildschirm ist der Himmel in verschiedene Blautöne getaucht, wobei das obere rechte Drittel schon fast rötlich/lila von der untergehenden Sonne ist. Eigentlich war das auch der Grund, warum ich es überhaupt in den Blog hochgeladen hatte. Bei meinem normalen LaptopBildschirm dagegen sehe ich selbst im Firefox kaum einen Unterschied bei den Farbnuancen am Himmel.

      lg Anne

  5. noch ein Nachtrag:
    Wenn ich meine Fotos auf anderen Bildschirmen zu sehen kriege, gruselts mich manchmal (auch schon vor der Kalibrierung). Die meisten Monitore sind zu hell und zu kalt eingestellt.
    LG pETRA

  6. Hallo Anne,
    ich habe meinen Monitor kürzlich kalibriert – mit dem Gerät und Software „Eye-One“ von Gretag-Macbeth. Ich hatte Glück, da ich das doch recht teure Gerät hier im Fotoclub ausleihen konnte. Damit ist die Kalibrierung ein Kinderspiel und das erstellte Farbprofil hat meine Monitorfarben tatsächlich verändert. Meinen Drucker werde ich in Kürze kalibrieren lassen – dann passt alles zusammen.
    Infos: http://www.chip.de/artikel/Monitor-Farbkalibrierung-GretagMacbeth-Eye-One_12811263.html
    Liebe Grüße
    pETRA

  7. Ja, das wird dann bei mir wohl auch nicht anders sein – ist eher aus der „kleineren“ Preisklasse und schon etwas älter. Ich werde wohl doch mal in meine Hardware investieren müssen…
    LG, Thomas

  8. Über Monitorkalibrierung habe ich mir auch schon Gedanken gemacht. Denn zwischen meinem Desktop-PC-Monitor und meinem Notebook unterscheidet sich gerade die Farbwiedergabe erheblich. Und gerade bei Fotoblogs soll es ja eher nicht um das Spiel „Ich sehe was, was du nicht siehst“ gehen. Ich bin aber über Problembewusstsein noch nicht hinausgekommen und weiß z.B. nicht, ob mein Notebook-Display einer Kalibrierung überhaupt zugänglich wäre.

    Der Farbkreis mit Explorer oder Opera betrachtet macht ja farbenblind. So stark hatte ich meine Farbsehschwäche aber nicht eingeschätzt 😉

    Danke für deine Hinweise!

    LG, Thomas

  9. Hallo Anne,
    zunächst, Du hast zwei identische Links eingestellt („Farbkreis“ und „weiterer Link“ zeigen zum gleichen Ziel).
    Solange die meisten Browser kein Farbmanagement beherrschen, veröffentliche ich meine Fotos im ganz normalen sRGB-Farbraum.
    Vergessen darf man bei dieser Diskussion natürlich nicht, dass der jeweils verwendete Monitor auch einen großen Farbraum (widegamut) wiedergeben kann. Das ist nämlich bei vielen TFTs gar nicht der Fall.

    Erst vor einigen Tagen habe ich im Systemkamera-Forum (http://www.systemkamera-forum.de/colormanagement/5755-farbtuechtigkeit-der-browser.html) einen Beitrag zum Farbmanagement mit einem interessanten Link gefunden:
    http://regex.info/blog/photo-tech/color-spaces-page2

    Viele Grüße
    Rolf

    1. Hallo Rolf, danke für den Hinweis. Da ist mir beim Übernehmen der Links ein Fehler unterlaufen. Der weitere Link sollte genau der sein, der in Deinem Kommentar aufgeführt ist. 🙂 Ich habe im übrigen einen widegammut und einen normalen TFT, sehe also bei jedem Bild den eklatanten Unterschied. Trotzdem habe ich festgestellt, dass – wenn man in adobe-RGB abspeichert und unter Firefox dann anschaut, das Ergebnis mehr als ok ist.

      lg Anne

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.